Freeclimbing
Unter „Freeclimbing“ (oder auch „Freiklettern“) versteht Klettern an Felsen oder Kunstwänden, bei dem nur Hände und Füße zur Fortbewegung verwendet werden. Andere Hilfsmittel oder Sicherheitsvorrichtungen wie z.B. Seile oder Klettergurte sind nicht erlaubt. Es gibt verschiedene Arten von Freeclimbing wie zum Beispiel Sportklettern, traditionelles sächsisches Klettern oder das Freiklettern im Rahmen des alpinen Kletterns.
Mit Ausnahme des selten praktizierten Free-Solokletterns dürfen bei allen anderen Formen des Freikletterns Hilfsmittel wie Seil und Haken verwendet werden, allerdings nur zur Gewährleistung der Sicherheit und nicht als Kletterhilfe. Das “frei” des Wortes Freiklettern bedeutet frei von technischen Hilfsmitteln zur Fortbewegung und nicht, wie dies oft fälschlicherweise angenommen wird, frei von Sicherungsmitteln. Der Unterschied zum klassischen Bergsteigen zeigt sich in der konsequenten Einhaltung der gängigen Kletter-Ethik, nach der eine Route erst dann als frei geklettert gilt, wenn diese ohne aktive Verwendung von Haken oder sonstigen Hilfsmitteln durchstiegen wurde. Hier gilt der klassische Satz wörtlich: der Weg ist das Ziel, während beim Bergsteigen das Erreichen eines Ziels unabhängig vom Weg und der Technik im Vordergrund steht.
Bei exaktem Sprachgebrauch bezieht sich der Begriff „Freiklettern“ nur auf die Begehungsart, unabhängig von der Art der Route. Die typische Art des Freikletterns wird aber in Sportkletterrouten ausgeübt, deshalb wird Freiklettern oft als Synonym für Sportklettern benutzt. Der Begriff Felsklettern oder Klettern ist dagegen ein Oberbegriff, der sowohl das Freiklettern wie das technische Klettern beinhaltet
Dieser Kletterstil entwickelte sich seit etwa 1890 in der Sächsischen Schweiz, als versucht wurde, auf künstliche Hilfsmittel zur Gipfelbesteigung gänzlich zu verzichten. Zu Beginn der dortigen Klettertradition seit 1864 waren zunächst noch künstliche Hilfsmittel wie Leitern und Metallstifte verwendet worden.
Je nachdem, wie anspruchsvoll eine Kletterroute ist, wird sie in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt. Oft orientiert sich der Grad der Route an der schwierigsten Stelle des Weges. Schwierigkeitsgrade werden im optimalen Fall nicht von den persönlichen Vorlieben der bewertenden Person beeinflusst, sondern sollten eine möglichst objektive Beurteilung der Kletterschwierigkeit darstellen. Da dies jedoch häufig schwer realisierbar ist, kommt es vor allem bei hohen Schwierigkeitsgraden immer wieder zu hitzigen Diskussionen.